100 Tage bis Klimagipfel
Noch 100 Tage bis zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen
WWF-Pressemitteilung, 28.8.09
Noch 100 Tage, dann werden in Kopenhagen 192 Staaten
zusammentreffen, um auf der UN-Klimakonferenz ein Nachfolgeabkommen
für das Kioto-Protokoll zu verhandeln. Kopenhagen könnte
ein Schlüsselmoment der Geschichte werden und die Welt vor den
katastrophalen Folgen des Klimawandels bewahren. Aber 100 Tage vor
dem Treffen sind die Verhandlungen noch nicht richtig in Schwung
gekommen.
„Die wertvolle Verhandlungszeit verstreicht ungenutzt und die
zentralen Fragen werden immer weiter nach hinten geschoben“,
erklärt Regine Günther, Leiterin Klimapolitik des WWF.
Dabei bleiben den Delegierten bis zum Start der Konferenz am 7.
Dezember nur noch 15 angesetzte Verhandlungstage. „In dieser
kurzen Zeit muss aus 170 Seiten Verhandlungstext ein
konsensfähiger, fairer Entwurf für Kopenhagen
entstehen“, so Günther weiter. „Das ist sehr
knapp.“ Von der Einigung über klare Reduktionsziele der
Industrieländer, über die Finanzierung für die
Schwellen- und Entwicklungsländer bis hin zu den Fragen des
Technologietransfers sei noch alles offen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich jetzt auf die wichtigen politischen
Treffen im September vor der UN-Klimakonferenz. „Der
Klimawandel ist nicht nur ein umweltpolitisches Thema, sondern
betrifft gleichermaßen sehr elementar Wirtschafts-,
Entwicklungs- und Sicherheitspolitik“, so Günther.
Wichtige politische Treffen im September und ihre Relevanz für
Kopenhagen aus WWF-Sicht:
Major Econominies Forum (MEF) in Washington am 17.
und 18. September: Die Minister müssen klare Maßnahmen
vorlegen, wie sie das in L´Aquila anerkannte Ziel, die
globale Erderwärmung auf maximal 2 Grad Celsius über
vorindustriellen Werten zu begrenzen, erreichen wollen.
UN-Gipfel in New York am 22. September: Die mehr
als 100 teilnehmenden Regierungschefs müssen ein faires,
ambitioniertes und bindendes Klima-Abkommen für Kopenhagen
unterstützen.
G20-Gipfel in Pittsburgh am 24. und 25. September:
Die Finanzminister müssen finanzielle Zusagen zur
Unterstützung einer klimafreundlichen Wirtschaft in
Entwicklungs- und Schwellenländer machen. Nach Ansicht des WWF
sind Zusagen in Höhe von 115 Mrd. Euro pro Jahr
notwendig.
UNFCCC-Treffen in Bangkok vom 28. September bis 9.
Oktober: Die Delegierten müssen den Verhandlungstext
mindestens um die Hälfte kürzen und einen klaren Entwurf
erarbeiten, der in Kopenhagen umgesetzt werden kann.
NABU fordert: Konzepte zum Klimaschutz jetzt auf den Tisch legen
Tschimpke: 100 Tage bis zur Weltklimakonferenz in
Kopenhagen nutzen
NABU Pressemitteilung, 28.8.09
Berlin –100 Tage vor Beginn der Weltklimakonferenz in
Kopenhagen fordert der NABU die Parteien auf, im
Bundestagswahlkampf Farbe zu bekennen. „Die Parteien
müssen jetzt ihre Konzepte auf den Tisch legen, wie sie die
deutschen Klimaziele erreichen wollen“, sagte
NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit den bislang beschlossenen
Maßnahmen würde der Treibhausgasausstoß bis 2020
selbst im besten Fall nur um 30 Prozent statt der versprochenen 40
Prozent reduziert werden. „Eine neue Bundesregierung muss
daher vor allem in der Verkehrspolitik, bei der
Gebäudesanierung und in der Landwirtschaft mehr Klimaschutz
durchsetzen“, so Tschimpke.
Im Dezember soll im Rahmen der Vereinten Nationen ein neuer Vertrag
zur wirksamen Eindämmung der globalen Erderwärmung
zustande kommen. Zur Bewältigung der Klimafolgen sind nach
deren Experten-Schätzungen jedoch bereits ab 2015
jährlich 86 Milliarden Dollar notwendig. Bei unzureichenden
Klimaschutzverpflichtungen drohen diese Kosten weltweit und vor
allen in Schwellen- und Entwicklungsländern noch weiter
anzusteigen. Nach jüngsten Studien sind in diesen
Schätzungen viele der negativen Folgen für
Ökosysteme nur unzureichend berücksichtigt. So
können Gletscherschmelze, der Anstieg des Meeresspiegels oder
Dürren für die betroffenen Menschen wichtige Funktionen
und Leistungen der Natur wie Wasser- und Nahrungsversorgung massiv
beeinträchtigen und die Kosten für die Anpassung an den
Klimawandel explodieren lassen. „Die Einnahmen aus dem
europäischen Emissionshandel sollten daher vollständig
für zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung des
Treibhausgas-Ausstoßes und zur Anpassung an den Klimawandel
verwendet werden“, forderte NABU-Präsident
Tschimpke.
„Bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen müssen die
Industrieländer endlich finanzielle Verantwortung für die
bereits verursachten Schäden übernehmen“, so
Carsten Wachholz, NABU-Experte für die UN-Klimaverhandlungen.
„Um künftige Klimarisiken zu verringern, kann der
Naturschutz durch den Erhalt und die Wiederherstellung von intakten
Ökosystemen wie Wälder und Moore einen wichtigen Beitrag
leisten.“
In Asien schmilzt die Zukunft der Kinder - noch 100 Tage bis
Kopenhagen
Von Sigrid Totz, Greenpeace-Online, 28.8.09
Greenpeace hat vor dem Tempel der Erde in Peking 100 Eisskulpturen
von Kindern aufgestellt. Sie stehen für die Zukunft von mehr
als einer Milliarde Menschen, deren Zukunft im Klimawandel
dahinschmilzt. Asiens Bevölkerung droht das Wasser knapp zu
werden.
Die Eisskulpturen sind aus Gletscherwasser geformt - aus dem
Schmelzwasser der Gletscher, die den Jangtse, den Gelben Fluss und
den Ganges speisen. Diese Gletscher schrumpfen immer schneller.
Trotzdem blockieren die Regierungen der Welt wichtige Fortschritte
in den Klimaverhandlungen. Bis zum großen UN-Klimagipfel in
Kopenhagen sind es nur noch 100 Tage.
Im Tempel der Erde pflegten Chinas Kaiser für das Wohl der
Erde und gute Ernten zu beten. Heute droht eine der
größten Gefahren, seit es Menschen auf der Erde gibt.
"Die Himalaja-Gletscher versorgen ein Fünftel der
Weltbevölkerung mit Trinkwasser", sagt
Greenpeace-Klimaexpertin Yang Ailun. "Wenn die Regierungen den
fortschreitenden Klimawandel nicht gemeinsam stoppen, werden unsere
Kinder einem permanenten Kampf um Wasser ausgesetzt sein."
Auch in Indien wächst die Sorge. In der indischen Hauptstadt
Neu-Delhi stellten Greenpeace-Aktivisten eine Eisskulptur in Form
einer Weltkarte und der Zahl 100 auf: Noch 100 Tage bis
Kopenhagen.
"China und Indien verfolgen nicht umsonst das Ziel einer
emissionsarmen Entwicklung, die Wirtschaft und Umweltschutz ins
Gleichgewicht bringt. Es ist echte Sorge vor den Folgen der
Klimaerwärmung, zum Beispiel Wasserknappheit, die unsere
Länder antreibt", sagt Vinuta Gopal, Klima- und
Energieexpertin von Greenpeace Indien. "Diese Balance ist
gefährdet, wenn die Industrieländer den
Entwicklungsländern nicht helfen, dem Klimawandel
standzuhalten."
Die Gletscher des Himalaja speisen den Oberlauf der sieben
großen asiatischen Flüsse: Jangtse und Gelber Fluss,
Ganges, Brahmaputra, Mekong, Salween und Indus. Jahr für Jahr
liefern die Gletscher und Seen des Qinghai-Tibet-Plateaus im
Himalaja 8,6 Millonen Kubikmeter Süßwasser. Ihr Wasser
ist lebenswichtig für die Versorgung von 1,3 Milliarden
Menschen. Davon leben allein 900 Millionen in China und
Indien.
"http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/Q_A-Peking-Himalaja.pdf">
Fragen und Antworten zur Gletscherschmelze und zur
Peking-Aktion
29. August, 2009
Bericht: Regierungsberater fordern Weltklimabank
Hamburg (AP) Um die Erderwärmung auf durchschnittlich
zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssen alle Industriestaaten
ihre Kohlendioxid-Emissionen viel radikaler reduzieren als bisher
angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftliche Beirat
der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), wie
der «Spiegel» am Samstag vorab berichtete. Die Experten
schlagen eine «Weltklimabank» ein, damit die
Industriestaaten künftig bei den ärmsten Ländern
Emissionsrechte erwerben können, um höhere CO2-Mengen
freisetzen zu dürfen.
Der globale Emissionshandel werde zu durchschnittlichen
Geldflüssen von 30 bis 90 Milliarden Euro pro Jahr führen
und eröffne den ärmsten Ländern die Chance, eine
umweltfreundliche wirtschaftliche Entwicklung zu finanzieren,
heißt es.
Deutschland müsste demnach seine CO2-Emissionen bis 2020
gegenüber heute halbieren und schon bis 2030 komplett
einstellen, zitiert das Magazin aus einem WBGU-Sondergutachten zum
Klima-Gipfel in Kopenhagen im Dezember. «Das Ergebnis ist so
überraschend wie bestürzend», sagt der
Ratsvorsitzende Hans Joachim Schellnhuber dem Magazin. Bisher plant
die Bundesregierung deutlich geringere Reduktionen.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass von heute bis 2050 der
globale Gesamtausstoß von 750 Milliarden Tonnen CO2 nicht
überschritten werden darf, um das Zwei-Grad-Ziel mit einer
Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent einzuhalten. Die
Zwei-Grad-Begrenzung hatten die G-8-Staaten im Juli auf ihrem
Gipfel in L'Aquila beschlossen.
Die im Rahmen dieses Klimaziels verfügbare CO2-Menge haben die
Regierungsberater bei ihren Berechnungen gleichmäßig auf
alle Menschen verteilt. Dabei berufen sie sich auf Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU), die 2007 mit dem indischen Premierminister
Manmohan Singh die Forderung aufgestellt hatte, jeder Mensch habe
beim CO2-Ausstoß aus fossilen Energiequellen ein Recht auf
denselben Ressourcenverbrauch. Je nach Verbrauch von Öl, Kohle
und Erdgas ergeben sich für die Länder unterschiedliche
Zeitbudgets.
Die Experten schlagen eine «Weltklimabank» ein, damit
die Industriestaaten künftig bei den ärmsten Ländern
Emissionsrechte erwerben können, um höhere CO2-Mengen
freisetzen zu dürfen. Der globale Emissionshandel werde zu
durchschnittlichen Geldflüssen von 30 bis 90 Milliarden Euro
pro Jahr führen und eröffne den ärmsten Ländern
die Chance, eine umweltfreundliche wirtschaftliche Entwicklung zu
finanzieren.
Freitag, 28. August, 17:19 Uhr
Klimaschutz nützt Weltwirtschaft
Berlin (ddp). 2006 hat sein «Stern-Report« die
Welt aufgerüttelt. In ihm bezifferte der ehemalige
Chefökonom der Weltbank erstmals die wirtschaftlichen Kosten
des Klimawandels. Rund 100 Tage vor Beginn der Klimakonferenz in
Kopenhagen wurde am Freitag in Berlin die deutsche Übersetzung
seines neuen Buches »Der Global Deal« vorgestellt.
Darin entwirft Nicolas Stern ein Szenario, wie der Klimawandel
bekämpft werden kann. Die zentrale Botschaft lautet: Wachstum
ist auch ohne treibhausgasintensive Technologien möglich, ein
Verzicht nicht nötig.
Die Welt habe vor allem in den vergangenen 60 Jahren mehr
Treibhausgase ausgestoßen, als der Planet absorbieren
könne. Wenn nichts geschehe, werde es mit hoher
Wahrscheinlichkeit zu einem Temperaturanstieg von fünf Grad
gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter kommen, sagte Stern
am Freitag. Vor den Folgen warnen Klimaforscher seit Jahren: Der
Meeresspiegel würde um mehrere Meter anstiegen und viele
Regionen, auch in Südeuropa zu Wüsten werden. »Die
Folge wären wahrscheinlich intensive und langandauernde
internationale und nationale Konflikte«, betonte Stern.
Knapp zusammengefasst lautet sein Rezept gegen den Klimawandel
weniger Verschwendung und mehr Investitionen in neue Technologien.
Er plädiert für einen Stopp der Entwaldung, einen
radikalen Umstieg auf erneuerbare Energien, den Einsatz von
Elektro- und Hybridautos und die Förderung neuer Technologien
wie etwa CCS (»Carbon Capture and Storage«, englisch
für »Kohlendioxid-Abscheidung und -Lagerung«).
CO2-armes Wachstum könne Realität werden, »wenn wir
es wollen«, schreibt Stern in seinem Buch.
Die Kosten für die Umstellung beziffert der ehemalige
Chefökonom der Weltbank auf maximal zwei Prozent des globalen
Bruttoinlandsprodukts, bei fortschreitender technologischer
Entwicklung könnte diese Zahl deutlich sinken. Er weist
außerdem auf die Chancen für die Weltwirtschaft hin.
»Der Übergang zur CO2-armen Wirtschaft in den
nächsten zwei oder drei Jahrzehnten wird wahrscheinlich eine
der dynamischsten und aufregendsten Perioden der
Wirtschaftsgeschichte sein, mit vielen Innovationen und starkem
Wachstum«, betonte er bei der Vorstellung seines
Buches.
Stern weist in seinem Buch aber auch darauf hin, dass es bei einem
radikalen Wechsel in der Industriepolitik einer gemeinsamen
Kraftanstrengung aller Länder bedürfe. Eine Welt mit
einer sicheren Umwelt und weniger Armut sei möglich -
allerdings nur, wenn die Welt gemeinsam handle und eine
vernünftige Wirtschafts- und Sozialpolitik verfolge.
»Wenn dieser Global Deal aufgebaut und weiterentwickelt
werden soll, muss er effektiv, effizient und gerecht sein«,
sagte Stern. Um Anreize zu schaffen, plädiert er auch
dafür, den Ausstoß von CO2 zu verteuern. Dies könne
in Form von Steuern geschehen, durch einen stärkeren
Emissionshandel und durch Förderung klimafreundlicher
Technologien.
Stern ist bekennender Optimist. Gleichzeitig warnt er davor, sich
zurückzulehnen. Die Weltklimakonferenz, die vom 7. bis 18.
Dezember in Kopenhagen stattfindet, dürfe nicht scheitern.
Stern bezeichnete das Treffen als das wichtigste seit dem Zweiten
Weltkrieg. Er appellierte an die Industriestaaten, den
CO2-Ausstoß bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 zu
reduzieren. Die Maßnahmen, um »das größte
Marktversagen in der Weltgeschichte» zu korrigieren, seien
bekannt, sagte Stern und wies auf die Chancen neuer Technologien
hin. Jetzt sei politischer Wille gefragt.
Freitag, 28. August, 16:27 Uhr
Millionen Nepalesen laut Oxfam wegen Klimawandels von Hunger
bedroht
Kathmandu (AP) Mehr als drei Millionen Nepalesen droht laut
einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam infolge des Klimawandels
Nahrungsmittelknappheit und Hunger. Wetterveränderungen
ließen die Ernten zuletzt einbrechen. Die Situation sei
«sehr besorgniserregend», erklärte Oxfam in einem
am Freitag in Kathmandu vorgelegten Bericht. In vielen Dörfern
sei die Ernte wegen Temperaturschwankungen und trockeneren Wintern
nur noch halb so hoch wie im Vorjahr. Rund 3,4 Millionen Menschen
sind laut Oxfam auf Lebensmittelhilfe angewiesen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Welt unterdessen
erneut zu entschlossenem Handeln gegen den Klimawandel auf. Das
Ergebnis der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen werde
Auswirkungen für den Planeten haben, die sich über
Generationen erstrecken werden, sagte Ban in Wien. «Die
Zukunft der Menschheit und des Planeten Erde steht auf dem
Spiel.» Ban sprach auf dem UN-Gelände in Wien, das
seinen 30. Geburtstag als Sitz von vier UN-Organisationen
feierte.
Deutschland kann Ausstoß von Treibhausgasen um 90 Prozent
senken
Greenpeace Energiekonzept Plan B 2050 zeigt den Weg
zum Klimaschutz
Von Sigrid Totz, Greenpeace-Online, 27.8.09
Mit einem ambitionierten Klimaschutzprogramm kann Deutschland
seinen Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um
mindestens 90 Prozent senken und damit den aktuellen Forderungen
der Wissenschaftler nach verschärften Klimaschutzzielen
entsprechen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Aachener
Instituts EUtech im Auftrag von Greenpeace, die heute in Berlin
vorgestellt wird. Nach dem Szenario Klimaschutz: Plan B 2050 -
Energiekonzept für Deutschland ist eine hundertprozentige
Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien möglich,
gleichzeitig kann Deutschland schon im Jahr 2015 aus der Atomkraft
aussteigen. Greenpeace fordert von allen Parteien, die notwendigen
Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.
"Ein klimaneutrales Deutschland ist keine Vision, sondern kann
realisiert werden", so Andree Böhling, Energieexperte von
Greenpeace. "Erneuerbare Energien können zukünftig nur
dann den Löwenanteil der Stromversorgung decken, wenn die
Laufzeiten der Atomkraftwerke verkürzt und nicht
verlängert werden. Großkraftwerke stehen einem hohen
Anteil von Wind und Sonne wie ein Bremsklotz im Weg."
Im Szenario Klimaschutz: Plan B 2050 rechnet Greenpeace vor, wie
Kraftwerkspark, Verkehrspolitik, Industrie und Haushalte in
Deutschland umgestellt werden müssen, um die Treibhausgase um
90 Prozent bis 2050 zu senken. Dabei wurden ausschließlich
nationale Einsparpotenziale berücksichtigt. Gleichzeitig geht
nach dem Modell bereits 2015 der letzte Atommeiler vom Netz - acht
Jahre früher als bisher geplant. Der Ausstieg aus der Kohle
ist bis 2040 machbar.
Basis dafür ist neben dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren
Energien eine zielstrebige Verbesserung der Energieeffizienz und
eine optimale Brennstoffausnutzung. Einen Neubau von
Kohlekraftwerken darf es nicht mehr geben. Erdgas und
Kraft-Wärme-Kopplung dienen als Brückentechnologien bis
zur Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien.
Mit dem Greenpeace-Konzept verringert sich die Abhängigkeit
von Energieimporten um 95 Prozent bis 2050. Dabei bleibt eine
sichere Stromversorgung durch inländische Produktion
gewährleistet. Für Privathaushalte und Wirtschaft rechnet
sich der Umbau der Energieversorgung mit rund zehn Prozent
geringeren Stromkosten und gesamtwirtschaftlichen Einsparungen von
35 Milliarden Euro bis 2020.
"Es ist beschämend, dass Bundeskanzlerin Merkel kein
zukunftsfähiges Energiekonzept für Deutschland
vorzuweisen hat", so Böhling. "CDU/CSU vertreten allein die
Interessen der vier Stromkonzerne. Klimaschutz als die dringlichste
Herausforderung der Menschheit, spielt im Bundestagswahlkampf keine
Rolle. Die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD und FDP sind nicht einmal
auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Die deutschen
Klimaschutzziele müssen an die neuen Erkenntnisse angepasst
werden. Greenpeace fordert eine Energierevolution für
Deutschland."
"http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/studie_energie_screen.pdf">
Klimaschutz: Plan B 2050 - Kurzfassung
"http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/Plan_B_2050_lang.pdf">
Klimaschutz: Plan B 2050 - Langfassung
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