AKTION zu BP und Umweltzerstörung in Brasilien

Veröffentlicht: Sa, 12.09.2009
Themen:

BP zerstören in Brasilien die Savannen des Cerrado und
bedroht die Regenwälder

"Rettet den Regenwald" e.V., 11.9.09

Zum hundertjährigen Jubiläum verbucht BP Gewinne wie nie
zuvor. Mit prall gefüllten Kassen erweitert der
drittgrößte Ölkonzern der Welt sein Angebot und
wird immer mehr zum allgemeinen Energieversorger. Auf seinem Weg
nach oben schreckt BP nicht davor zurück, die letzten
Erdölvorkommen wie die kanadischen Ölsande anzuzapfen
oder in Kraftstoffe aus Pflanzen zu investieren, die Menschen,
Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum nehmen.

Die Folgen des Agrosprits sind besonders deutlich in Brasilien
sichtbar: Das Land versteht sich laut Präsident Lula da Silva
als „grünes Saudi Arabien des Südens“. Hier
sollen Unternehmen ideale Bedingungen finden, um in riesige
Monokulturen und Industrieanlagen für Pflanzenenergie vom
Acker zu investieren. Leidtragende sind die Regenwälder,
kostbaren Wasserressourcen, Böden und die Einwohner, deren
Lebensgrundlagen entzogen werden. Und das alles unter dem
Deckmäntelchen des Klimaschutzes durch
„Bio-Sprit“. Das lockt natürlich auch BP. Der
Ölmulti will 4 Milliarden Euro investieren, um in Brasilien
aus Zuckerrohr Ethanol zu produzieren. Zwei riesige Ethanolfabriken
mit einer Jahreskapazität von jeweils 435 Millionen Litern
gehören dazu.

Im Bundesstaat Goiás südwestlich der Hauptstadt
Brasilia steht Tropical Bioenergia, BPs brasilianische
Neuerwerbung. Der mitten im Herzen der Cerrado-Savanne im
Bundesstaat Goiás ansässige Industriekomplex nahm im
September vergangenen Jahres den Betrieb auf. Nun schießen
dort die Zuckerrohrplantagen wie Pilze aus dem Boden – vor
allem auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion. Während die
Front der Rinderzüchter und Sojafarmer weiter nach Norden in
die Cerrado-Savanne und Regenwaldgebiete getrieben wurde, dehnt
sich die grüne Zuckerrohrwüste in Goiás bereits
auf 458.000 Hektar aus. Etwa 60.000 Hektar davon gehen auf das
Konto von BPs Ethanolraffinerie. Ein Ende des
Verdrängungsprozesses ist nicht in Sicht.

Die Lobbyarbeit von BP ist in vollem Gange: In den USA macht sich
der Konzern dafür stark, die bisher geltenden Importzölle
für brasilianisches Ethanol aufzuheben. Auch in Europa soll
Ethanol leichter eingeführt werden. Der Verband der
brasilianischen Zuckerrohrindustrie UNICA rennt seit Jahren die
Türen von EU-Kommission und EU-Parlament ein, um der
vermeintlich süßen Energie den Weg auf den Kontinent zu
ebnen. Ihr Werben hat Erfolg: Im Mai 2008 hatte Bundeskanzlerin
Merkel feierlich in Brasilien das deutsch-brasilianische
Energieabkommen unterzeichnet. Wider besseren Wissens erliegen
deutsche Politiker dem populistischen Reiz des Agrosprits.

Gas geben mit Sprit vom Acker – dafür rührt BP
kräftig die Werbetrommel und preist sich als
Klimaschützer. In Deutschland, wo BP 2.400 Aral-Tankstellen
und die Marke Castrol betreibt, wird Ethanol dem verkauften Benzin
für Autos beigemischt. Das schönt die heimische
Klimabilanz, doch für Ethanol gehen die brasilianische
Cerrado-Savanne und Regenwälder in Flammen auf, getreu des
Jubiläumsmottos von BP: 100 Jahre Betrieb an den letzten
Fronten.

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