Das didaktische Material richtet sich an Schülerinnen ab Klasse 10 (Mittel- und Oberstufe) und bereitet in unterschiedlichen Modulen globale Zusammenhänge von Regenwaldschutz und Kohlenstoffhandel am Beispiel Brasilien auf. Die Module können in den Fächern Politik, Geographie oder Ethik/Religion aber auch als Projekteinheit behandelt werden.
Von Uta Grunert, KoBra, November 2010 Mitte September hat die brasilianische Regierung einen Plan aufgelegt, um Entwaldung, Waldbrände und den Verlust natürlicher Ressourcen in den Savannengebieten des Cerrado zu bekämpfen. Mit staatlichen Geldern (340 Mio. Reais oder 145 Mio €) soll der Plan umgesetzt werden und gleichzeitig bei der Umsetzung der brasilianischen Klimaziele helfen. 40% der Treibhausgasemissionen durch Degradierung (Übernutzung und Abholzung) von Wald sollen eingespart werden.
Von Uta Grunert, KoBra, November 2010 Als Teil seiner neuen Waldschutzstrategie gegen illegalen Holzeinschlag wird Brasilien bis zum Jahresende eine Million Hektar des Amazonasregenwalds an private Holzeinschlagsunternehmen versteigern. Antonio Carlos Hummel, Chef der brasilianischen Forstbehörde, kündigt an, dass in den kommenden fünf Jahren 11 Millionen Hektar versteigert werden sollen.
Im November wurden die Zahlen zum Verlauf der Entwaldung des vergangenen Jahres in Brasilien veröffentlicht. Bislang kann sich der abnehmende Entwaldungstrend des Vorjahres abgeschwächt halten, im Vergleich zum Vorjahr hat die Entwaldung weiter abgenommen. Die genauen PRODES-Zahlen jedoch wurden bislang nicht veröffentlicht. Das Imazon schätzt, dass sie unter 7.000 km2 bleiben.
Von Uta Grunert, KoBra, November 2010 Extreme Klimaphänomene sind in Brasilien keine Seltenheit mehr. Ob Überschwemmungen nach langen Regenperioden im Süden oder außergewöhnliche Trockenheit im Norden –Waldbrände und niedrigste Wasserpegel der Flüsse in der Amazonasregion sind die Folge. Die Konsequenzen sind Artenverlust (z.B. Schildkröten und Fische) und der Wegfall von Transportwegen, was z.B. den Abtransport von landwirtschaftlichen Produkten behindert oder extrem verteuert.
Nach zweiwöchigen Verhandlungen zum Artenschutz beschlossen die 193 Vertragsstaaten der Konvention über die Biologische Vielfalt Ende Oktober 2010 eine Reihe von Kompromissen: Größere Schutzräume für Pflanzen und Tiere. Das Dokument: „Der Strategische Plan 2020“ enthält die UN-Konvention über die biologische Vielfalt. Es umfasst Absichten, die vor allem die Sektoren der Primärproduktion in Land- und Forstwirtschaft wie auch das Fischereiwesen betreffen.
Wie komplex die Verknüpfung von Waldschutz und Emissionshandel ist und wie sich im einzelnen der angestoßene Prozess auf die betroffenen Menschen auswirkt, ist der Inhalt des diesjährigen Sonderhefts der Kooperation Brasilien. Es wird im Herbst diesen Jahres in Zusammenarbeit mit FAOR, ASW und FDCL unter dem Titel „Waldhandel nach Kopenhagen“ erscheinen und viele brasilianische Stimmen zum Thema enthalten.
Von Uta Grunert, Kooperation Brasilien, Juli 2010 Brasilien ist auf dem Weg zu einem neuen Gesetz, das dem Wald weniger Schutz bietet als bisher. KritikerInnen sehen darin den Sieg der großen Agrarunternehmen, die mit ihren Flächen immer weiter in den Regenwald vordringen. Aldo Rebelo von der Kommunistischen Partei (PcdoB-SP) ist Vorsitzender des Kongressausschusses, der den Neuentwurf des Codigo florestal erarbeitet hat.